Bachbunge
Indikation: Hämorrhoiden, Blutungsanämie, Darmbeschwerden, Stuhlverstopfung, Präekanzerose (Vicht)
Anwendung: Aus Frischkraut unter Beigabe von Einbrenn ein Mus machen und tgl. 1 Kompottschüsserl voll mehrere Tage bis Wochen hindurch essen. Ersatzweise Bachbungensaft (2-3 EL voll) in Gemüse- oder anderer Suppe mitkochen; bei chron. Leiden über längere Zeit hindurch.
Mutterkraut
Indikation: Dick- od. Dünndarmentzündung, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Darmschmerzen, Darmzysten, Myom, prämenstruelle Schmerzen
Anwendung: 6-8 Wo. lang tgl. 1 x Mutterkrautsuppe als Vorspeise (Mit Mutterkraut Einbrenn, Mehl und Butter sämige Suppe bereiten.). Anstelle des Frischkrautes ersatzweise 1- 2 EL Mutterkrautsaft in Suppe mitkochen.
Brennessel-Pulvermischung
Indikation: Chron. Magen-Darmentzündung, Duodenitis
Anwendung: 1 EL voll von Pulvermischung (10 g .Fenchel, 15 g Brennessel, 30 g Liebstöckl) in Knödelbrotteig geben, Knödel kochen und diese oft machen und essen.
Weinraute
Indikation: Melancholie, depressive Verstimmung, Wechseljahrbeschwerden, Wallungen, Zwischenblutungen, atropische Übersäuerung (Verbitte rung), Azidose, überempfindliches "Aufbrausen", Hysterie, Nervenschwäche, Diabetes (?), Hormon-Regulationsstörungen, Verdauungsstörungen, Gallenstau, Duodenalulcus; ulcerierender, entzündlicher Magen-Darmtrakt.
Anwendung: Am besten 1-2 rohe Weinrautenblätter nach der Mahlzeit essen. Ersatzweise Weinrautenpulver (1 Tl) mit etwas Brot essen. Oder Weinraute-Granulat od. Weinrautensaft (in Alkohol konserv.) einnehmen. Kurmäßig über mehrere Wochen.
Hirschzungen-Elixier Zusammensetzung: Hirschzungenfarn, Langer Pfeffer, Zimt, Honig, Wein
Indikation: Bronchitis, Leber- u. Lungenmittel, chron. Husten, Asthma, Eingeweideleiden, Unterleibsleiden (Eileiter-, Eierstock- Hoden-, Prostataent- zündung), Endomethriose, Ausfluß, Schilddrüsen- und Bauchspeicheldrüsen- Funktionsstörungen, Hormonregulationsstörungen, Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen, Gallenblasenentzündung
Anwendung: "Trinke davon vor und nach dem Essen" (1/16 L). Anmerkung: "Das nützt der Leber, reinigt deine Lunge, heilt schmerzende Gedärme und nimmt innere Fäulnis und den Schleim." Dr. Hertzka empfiehlt kurmäßige Anwendung über mehrere Wochen und u.U. auch länger.
Sanikel-Elixier Zusammensetzung: Sanikel, Honig, Süßholz
Indikation: Eingeweideleiden, chron. Magen-Darmleiden (Geschwüre, Entzündungen), Drüsenstörungen, Diabetes (?)
Anwendung: "Trinke oft davon und es nimmt deinem Magen den Schleim und heilt die kranken Eingeweide"
Anmerkung: Unter viscera (Eingeweide) bezeichnet Hildegard alle Bauchorgane, die (bei ihr) keinen eigenen Namen haben wie Magen, Leber, Lunge, Milz. Daher zählen die Galle, Bauchspeicheldrüse sowie der Dünndarm zu den Eingeweiden. Wenn Diabetes eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ist, so kommen dafür jene Mittel in Frage, bei denen von Heilung der Eingeweide die Rede ist.
Galgant(Radix Galangae)
"In ihm ist keine Kälte sondern Kraft", schreibt Hildegard. Daher sind Hildegardfreunde scharf auf Galgant. Er ersetzt uns Paprika und Pfeffer und kommt in alle "g´schmackigen" Speisen. Galgant wirkt antiseptisch, antiviral, wärmend und gefäßerweiternd; löst Darmgase und behebt körperliche Schwächen.
Galganttabletten
Indikation: Schwindel, Übelkeit, Benommenheit, Erschöpfungs- und Schwächezustände, Herz- Schwäche, Herz-Schmerzen, Angina pectoris-Anfall, Blähungen, Magen-Darmkrämpfe, Gallenkolik, Virusfieber, Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen, Menstruationsbeschwerden
Anwendung: 1-2 Galganttabletten (0,2 g Galgantpulver gepreßt)im Mund zergehen lassen und schlucken.
Polei-Essighonig
Indikation: Gastritis, Magenverschleimung, Darmpilze, Magen-Darmgeschwüre und damit verbundene Sehschwäche. Augentrübung, Grauer Star
Anwendung: Vor dem Essen 1- 2 EL voll Polei-Essighonig mehrere Wochen lang einnehmen.
Sclarea (Muskatellersalbeiwein) Zusammensetzung: Muskatellersalbei, Poleiminze, Fenchel, Honig, Wein
Indikation: Appetitlosigkeit, Säuremangel, Gastritis, Magen/Darmpilze, Magen/ Darmgeschwüre, Verdauungsinsuffizienz
Anwendung: Mindestens 1/16 L jeweils nach dem Essen und vor dem Schlafenge- hen über mehrere Wochen einnehmen, "und sein Magen wird gereinigt und geheilt und er wird wieder Appetit bekommen."
Anmerkung: Vor Jahren noch wurden wir belächelt, als wir entsprechend der Aussage Hildegards behaupteten, daß unverdaute Speisen im Magen auch schimmelig (Pilzbildung) werden. Das hielt niemand (wegen der Magensäure) für unmöglich. Inzwischen gilt die Aussage als erwiesen. Auch im Darm können sich Pilze anlegen. Damit räumt der Wein auf.
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